20 Jahre - vom Kreuzungsplan bis in den Handel

Unser Konzept besteht darin, dass wir eine alte mit einer neuen Apfelsorte kreuzen. Die alte Sorte ist meist noch nicht in der Züchtung verwendet worden, wurde von uns nach langer Beobachtung auf Grund ihrer Vitalität und oder Aroma ausgewählt. Gemeinsam erstellen wir einen Kreuzungsplan und wählen Pollen für die Mutterbäume aus, die auf unseren Partnerhöfen stehen. Jeder Standort bringt seine Erfahrungen und Wünsche mit ein. Pollen werden im Ballonstadium gesammelt und mit der ganzen Blüte getrocknet. Die zu befruchtenden Blüten werden am Zweig mit einem Vließbeutel insektendicht verschlossen, damit uns keine Biene zuvor kommt. Zum Bestäuben tragen wir mit einem Pinsel den getrockneten Pollen auf den Stempel der Blüte auf, anschließend werden die Beutel wieder verschlossen.

Unsere Züchter beginnen mit der Kreuzungsarbeit auf den Obsthöfen im Süden und reisen mit den sich öffnenden Apfel- und Birnenblüten in Richtung Norden. Die südlichsten Standorte sind bei den Kooperationspartnern am Bodensee, weiter geht es zu den Apfel:gut-Betrieben im Stuttgarter Raum, von dort geht es nach Wesel an den Niederrhein, nach Bielefeld, ins Alte Land und schließlich nach Hollingstedt ins nördliche Schleswig Holstein.

Die Beutel werden erst wieder abgenommen, wenn Äpfel zu sehen sind. Anschließend werden die Zweige der Kreuzungen sorgfältig gekennzeichnet. Im Juli werden die Äpfel mit ihrer Kreuzungsnummer beschriftet, sodass im Herbst bei der Apfelernte keine Verwechslungen stattfinden und die Kreuzungsäpfel separat gelagert werden.

Im Winter kommen wir im wahrsten Sinne zum Kern der Sache, denn Apfelkern verbirgt sich nun die Kreuzungskombination, das Erbe der Elternsorten. Wir pulen die Kerne aus und säen sie aus zum Stratifizieren, denn nur in der Kälte erhalten sie die Anregung zum Keimen.

Im März wachsen die jungen Apfelsämlinge heran und Ende Mai pflanzen wir meist 20 bis 200 Sämlinge aus einer Kreuzungskombination in die Zuchtgärten.

Jetzt beginnt die Selektionsarbeit. Bis die Sämlinge fruchten kann es 5-8 Jahre dauern, doch in dieser Zeit treten alle bekannten Pilz- und Blattkrankheiten auf. So beobachten wir und wählen nur die gesündesten Bäume aus, welche dann in die 2. Selektionsstufe umgepflanzt werden um Früchte zu tragen. Anschließend beginnt die Suche nach dem wohlschmeckendsten Apfel.

Interessante Bäume werden dann abveredelt und in einer 3. Selektionsstufe auf Ertragsverhalten an Apfel:gut Standorten und bei Kooperationspartnern unter Anbaubedingungen des Öko-Erwerbsobstbaus getestet.

Erst wenn nach dieser Prüfung (die mindestens 5 Jahre dauert) erfolgversprechende Sorten dabei sind, können diese angemeldet werden, um sie in den Handel zu bringen. Auch diese Prüfung dauert 5 Jahre, sodass für die Entwicklung einer neuen Apfelsorte insgesamt mit 20 Jahren gerechnet wird. Wir beginnen inzwischen die ersten interessanten Früchte aus unseren Kreuzungen von 2010 - 2012 zu testen.

Ohne Gentechnik - Wir machen klassische Kreuzungszüchtung und Selektieren nach dem Phänotyp, dem äußeren Erscheinungsbild der Pflanze. Eingriffe in die DNA oder den Zellkern der Pflanze lehnen wir ab.

Apfel:gut Flyer

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Projekt Apfel:gut im Saat:gut e.V.

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